Wochenende? 18 Grad? Im Januar?

Hervorragend endlich der perfekt Tag um einmal den Radweg rund um Madrid abzuradeln. Also habe ich mich auf mein Bike (aktuell ein alter Rennradrahmen aus den legendären 531 Reynolds Rohren / leider komplett neu angemalt sodass ich nicht weiss was für ein Rahmen es eigentlich ist – ich tippe auf Raleigh.

Der Anillo Verde ist ein 64km langer Radweg rund um Madrid und ich habe Ihn schon teilweise benutzt aber noch nie komplett abgefahren. Mein Einstiegpunkt liegt in der Nähe des Shopping Centers „Las Rozas“ (km 16). Soweit so gut, die ersten Kilometer gehen ganz locker und ohne Probleme. Circa jeden Kilometer entlang der Route stehen Poller mit einer Kilometer Angabe. Dann in der Nähe des „Estadio de La Peineta“ wirds zum ersten Mal unübersichtlich und man merkt, dass Teile des Radweges irgendwie in die Landschaft gebastelt wurden. Einige Ampelkreuzungen, Bordsteinkanten und weitere Felgenkiller. Entlang des Stadions ballert man lieber auf der Strasse entlang des Radweges. Danach geht es über eine Brücke über die „Avenida de America“ und Richtung Norden auf gutem Untergrund entlang der Autobahn M-40. Hier geht es auch zum ersten Mal etwas bergauf.

Der Radweg ist bei Kaiserwetter wie gestern gut frequentiert mit Radfahrern und Fussgängern. In der Nähe des Bahnhofs „Palas del Rey“ im „Las Tablas“ Viertel mache ich eine kleine Pause am KM 0. Hier findet man auch eine der vielen Übersichtskarten für den Anillo Verde.

Graffiti im Casa di Campo Park

Graffiti im Casa di Campo Park

Weiter gehts… Achtung man kann hier leicht vom Weg abkommen, der Radweg geht am hinteren Ende des kleinen Parks weiter. Hier ist der Untergrund super nice und der Weg führt durch typische Wohngegenden in Richtung Sueden. Nach mehreren Anstiegen und kurzen Abfahrten kurbelt man vorbei an der Station Pitis durch Wohnsiedlungen bis zum grössten Park der Stadt „Casa di Campo“. Der „Casa di Campo“ liegt wunderschön am Rio de Manzanares, den man auch mal kurz zu Gesicht bekommt. Wer Bock hat kann hier ein paar extra Höhenmeter einbauen und gleichzeitig den Park etwas mehr erkunden. Es lohnt sich! Wer eher die Beine ausruhen will (ca 2/3 des Radwegs sind absolviert) kann sich am See „EL Lago“ lecker Bierchen oder einen Kaffee gönnen. Der komplette Park ist ein beliebtes Ausflugsziel, sodass hier immer etwas los ist.

Nun wirds spannend, denn die Wegführung und Ausschilderung ist eher abenteuerlich und unübersichtlich. Ausserdem sind sämtliche Übersichtskarten zu Leinwänden für Graffiti umfunktioniert worden. Der Radweg verläuft entlang des Zoos und verlässt den Casa di Campo nach einem kurzen Anstieg über eine Brücke (nicht dem Schild Casa di Campo detour folgen!) . Ab hier versuche ich der Beschilderung zu folgen, im Zweifel und diese hatte ich mehr als einmal… fuhr ich immer in Richtung „Avenida de los Poblados“. Es geht um viele Ecken und Kanten und auch über einige Fussgängerampeln in Richtung Osten bis zum Bahnhof Aluche. Von dort gings weiter auf der „Anvenida de los Poblados“ in Richtung Westen. Nachdem mir das ständige Anhalten an den Fussgängerampeln zu sehr auf den Keks ging habe ich einfach die Strasse genommen. In der Nähe des „Hospital 12 de Octubre“ wirds wieder unübersichtlich aber irgenwie habe ich meinen Weg zum „Parque Lineal del Manzanares“ gefunden.

Der Autor und Kunst im Parque Lineal del Manzanares

Der Autor und Kunst im Parque Lineal del Manzanares

Der Park ist superschön und hat auch einige Sportanlagen, das einzige Rätsel bleibt wo und wie der Radweg weitergehen soll… Nach einigem Suchen und Raten habe ich den Fluss überquert und bin an den Fussballplätzen im Südosten vorbei zu einem Ausgang geradelt. Und siehe da – dort stand dann auch zufällig eine der Kilometersäulen des „Anillo Verde“. Die nächsten Kilometer sind dann wieder klarer und es geht erst unter der Autobahn M30 hindurch und dann in einen weiteren schönen, waldähnlichen Park „Parqe de Entrevias“. Danach treffe ich wieder auf die M40 und der Radweg führt links davon mit einigen Steigungen und über eine Brücke durch das Viertel Pavones und dann weiter nach Norden bis ich wieder am Einkaufszentrum „Las Rozas“ ankomme.

Alles in allem eine schöne Runde und man sieht das ganz normale Madrid mit vielen Parks Streetart und Möglichkeiten eine Pause zu machen. Mit einem edlen Carbon Renner und teuren Felgen sollte man den Anillo Verde aber lieber meiden… Zu viele Schlaglöcher, Bordsteinkanten und weitere Hindernisse…

zum Abschluss... Spanien.

zum Abschluss… Spanien.

mehr Infos auf spanisch: spanische Website zur Anillo Verde

Ein super Video: Video Anillo Verde